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Alle Jahre wieder platzen die Innenstädte pünktlich zur Vorweihnachtszeit aus allen Nähten. Das Geschäft mit dem Fest stellt Konsumenten und den Einzelhandel vor große Herausforderungen. Aktuelle Umfragen belegen allerdings, dass das Online-Shopping immer beliebter wird. Laut einer Studie des Bundesverbandes des Deutschen Versandhandels (bvh) und der Creditreform Boniversum werden 38 Millionen Deutsche 2012 ihre Weihnachtseinkäufe online erledigen – das sind rund drei Millionen mehr als 2011.
Derzeit blickt alle Welt gespannt nach London, um die Olympischen Sommerspiele zu verfolgen. Sportler aus unterschiedlichsten Ländern kämpfen dort um die begehrten Medaillen. Ich erinnere mich noch, wie ich mich als Jugendlicher stets über das Olympia-Motto gewundert habe. Dabei sein ist alles? So ein Quatsch! Es geht ums Gewinnen und nichts anderes.
Heute sehe ich das anders. Teamgeist und das „Wir-Gefühl“ sind maßgeblich für sportlichen Erfolg verantwortlich. Mein liebstes Beispiel ist hier immer der Bundesligist Borussia Dortmund: Vor drei Jahren hat niemand dieser jungen, zweifelsohne talentierten aber leider recht unerfahrenen Truppe Chancen auf den Meistertitel eingeräumt. Dank der richtigen Portion Teamgeist hat sie sich zur derzeit erfolgreichsten Mannschaft in Deutschland entwickelt.
Auch Unternehmen sind in gewisser Weise als Mannschaft zu sehen. Sie profitieren ungemein, wenn sich die Mitarbeiter als wichtigen Teil eines Ganzen sehen. Die Zeiten, in denen einsame Einzelkämpfer an der Spitze von Unternehmen stehen, sind definitiv vorbei. Teamevents und sogenannte Teambuilding-Maßnahmen boomen. Vertrauensübungen in Hochseilgärten oder gemeinsames Kanu-Fahren – all diese Aktivitäten erfordern Verlässlichkeit, egal ob vom Geschäftsführer oder Praktikanten.
Spürbar wird dieses Umdenken bei Bewerbungsgesprächen. Vielen jungen Menschen ist es heute wichtiger, in einem sympathischen Team zu arbeiten, das sich als Einheit versteht, und in dem jeder Mitarbeiter mit seinen individuellen Talenten einen Teil zum Erfolg beiträgt. In der Vergangenheit habe ich bereits über unser Azubi-Projekt zum Thema E-Mobility gesprochen. Ich denke, dass das ein besonders schönes Beispiel für Teamgeist ist. Gemeinsam setzen sich die jungen Menschen für eine bestimmte Sache ein. Dazu müssen sie Kompromisse eingehen. Sie lernen mit Kritik umzugehen und dass die sogenannte Schwarmintelligenz im Team oft zu tollen Ergebnissen führt.
Teamgeist ist nicht in Zahlen am Ende des Quartals messbar. Er muss auch nicht zwangsläufig in höherem Umsatz resultieren. Teamgeist ist erkennbar, wenn die Mitarbeiter gern zusammenarbeiten und sich an ihrem Arbeitsplatz des Büroalltags wohl fühlen. Denn, wie sagte einst der Geistliche Halford E. Luccock: „Niemand kann eine Sinfonie flöten. Es braucht ein Orchester, um sie zu spielen.“
Bei jedem Bewerbungsgespräch wünsche ich mir am allermeisten, dass die potentiellen neuen Mitarbeiter Leidenschaft mitbringen. Für die Branche. Für den Job. Und für Qurius natürlich. Ich vergesse dabei manchmal, dass vor allem junge Menschen erst durch die richtige Motivation Leidenschaft entwickeln können. Als Vorgesetzter gehört es dazu, einen kleinen Funken zu setzen, damit das Feuer dann sukzessive erwacht. In der heutigen Zeit erwarten viele Personaler aber, dass ihre Bewerber auf einen Job in ihrem Unternehmen nur gewartet haben.
Ich denke, dass es momentan genau andersherum ist. Die Unternehmen müssen sich auch bei den potentiellen Mitarbeitern bewerben. Globalisierung, Mobilität und attraktive Angebote im Ausland machen es immer schwerer, gute Kräfte zu finden. Einem jungen Menschen, der eine fundierte Ausbildung hinter sich hat, stehen heute Türen offen, von deren Existenz ich früher nicht einmal wusste.
Laut einer Studie des Karriereportals Monster halten 31 Prozent aller Arbeitnehmer trotz einer festen Stelle Ausschau nach einem neuen Job. Unternehmen sind demnach gefordert, auch die Leidenschaft bestehender Mitarbeiter zu wecken und sich nicht als passiven Part zu verstehen. Oftmals frage ich mich, was ich mir von einem Mitarbeiter erhoffe. Dabei vergesse ich manchmal, dass sich genau das ja auch der Mitarbeiter fragen sollte. Das „Leiden schaffende“ hat sich in der heutigen Wortbedeutung zu etwas Positivem gewandelt und seine negative Konnotation verloren.
Wie können wir also Leidenschaft in das Business-Umfeld bringen? Motivation, Vertrauen und ein gutes Arbeitsklima sind nachweislich für den Unternehmenserfolg verantwortlich. Um unseren Mitarbeitern zu zeigen, dass wir an ihnen als Mensch interessiert sind, individuelle Talente fördern und herauskitzeln möchten, haben wir die Initiative „The Pride of Qurius“ gestartet. Dabei geht es nicht alleinig darum, dass unsere Mitarbeiter stolz auf ihren Arbeitgeber sind. Vielmehr möchten wir zeigen, dass wir auf jeden unserer Angestellten stolz sind. Auf der Online-Plattform stellen sich unsere Mitarbeiter vor, berichten über ihren Arbeitsalltag, ihre Hobbys und Interessen und vieles mehr. Warum? Das Stichwort lautet Leidenschaft. Wir entwickeln Leidenschaft für so vieles: Familie, Reisen, Freunde, Sport. Das alles hat oft mit dem Berufsalltag wenig zu tun. Wir möchten aber nicht, dass man bei Qurius seine Persönlichkeit zu Hause lässt und als Marionette im Büro erscheint. Wer viel gereist ist, andere Kulturen kennengelernt hat, sich in Sportvereinen engagiert oder viel liest, kann und sollte diese Erfahrungen auch in den Job einfließen lassen (dürfen). Einen leidenschaftlicheren Ideenpool kann ich mir gar nicht vorstellen.
Kaum hat sie begonnen, ist sie auch schon wieder vorbei – die CeBIT. Das diesjährige Motto lautete: Managing Trust – Vertrauen verwalten. Im Mittelpunkt stand fast überall Cloud Computing und die Frage, ob Unternehmen ihre Daten, und wenn ja welche, sorgenfrei und sicher in die Wolke verschieben können. Ich denke, dass man das CeBIT-Motto ruhig noch etwas weiter ausdehnen sollte. Managing Trust ist für mich auch ein Überthema, unter das Unternehmen ihre Mitarbeiter- und Kundenbeziehungen stellen sollten.
Franz Kafka schrieb einst: „Alles Reden ist sinnlos, wenn das Vertrauen fehlt.“ Er hatte Recht! Managing Trust, der Aufbau, die Organisation, das Management von Vertrauen, sind essentiell für jeglichen Erfolg. Vertrauen ist die Basis, egal ob privat oder in der Geschäftswelt. Solange also Unternehmen beispielsweise kein Vertrauen in CRM-Lösungen in der Wolke haben und sich um Kundendaten sorgen, werden sie mit eben diesen Systemen nicht zufrieden sein. Ergo: Die Unzufriedenheit richtet sich gegen das Softwarehaus oder die Entwickler, gegen ihre Mitarbeiter und so weiter. Bevor man mit neuen Lösungen oder Produkten an die Türen von Unternehmen klopft, gilt es also, Vertrauen in neue Technologien aufzubauen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass einem diese Türen ansonsten schneller als man denkt wieder zugeschlagen werden.
Es ist noch gar nicht so lange her, da standen auf fast allen Schreibtischen Telefone. Sonst nichts. Wer auf ein Besetztzeichen traf, oder bei wem niemand antwortete, der musste es noch einmal versuchen. Oder auch zweimal. Dreimal. Dieses stundenlange Warten kann ich mir heute kaum noch vorstellen. Schlägt ein Telefonat fehl, gibt es entweder Anrufbeantworter, Mailbox oder auch E-Mail. Diese schöne neue Arbeitswelt bringt viele Möglichkeiten mit sich. Zunehmend verwischen aber auch die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit. Jetzt kommt es darauf an, das Potenzial neuer Geräte und Techniken zu nutzen, so dass beide Bereiche profitieren und keiner auf der Strecke bleibt. Der amerikanische Unternehmer Henry Ford hat einmal gesagt: „Arbeit gibt uns mehr als den Lebensunterhalt, sie gibt uns das Leben.“ Es wird höchste Zeit, dass Unternehmen erkennen, wie sie die Arbeits- und somit Lebenszeit ihrer Mitarbeiter sinnvoll verbessern und Synergien schaffen. Ein äußerst wichtiger Bereich sind in diesem Zusammenhang das Thema Mobilität sowie die technologischen Enabler wie Smartphones oder Tablet-PCs.
Die Experten von IDC haben herausgefunden, dass sich die Zahl der mobilen Mitarbeiter bis 2013 um weitere fünf Prozent erhöhen wird. Dieser Trend wird zweifelsohne weitergehen: Die Welt, in der wir arbeiten und leben, wird sich in den nächsten fünf bis zehn Jahren drastisch verändern. Neue Computer, Endgeräte und Technologien bereiten den Weg, Unternehmen müssen schnell umdenken. Ich wünsche mir, dass wir durch diese Entwicklung nicht nur effizienter arbeiten, sondern gemeinsam eine intelligentere und nachhaltigere Welt schaffen.
Wir brauchen mehr Innovationen. Gerade im Büroumfeld hinken wir alten Zeiten hinterher, dabei liegen innovative Konzepte seit geraumer Zeit auf dem Tisch. „Wir arbeiten in Strukturen von gestern, mit Methoden von heute, an Problemen von morgen, vorwiegend mit Menschen, die Strukturen von gestern gebaut haben und das Morgen innerhalb der Organisation nicht mehr erleben werden”, fasst der renommierte Management-Autor Knut Bleicher die Situation in Deutschland zusammen. Deshalb brauchen wir dringend Innovationen. Und zwar in drei Bereichen: bei Produkten, Prozessen und Strukturen. Zu Letzterem zählen auch neue Arbeitswelten und -prozesse, denn diese befeuern indirekt Produktinnovationen. Heute müssen Bürostrukturen vor allem flexibel sein. So wie Unternehmen sich verändernden ökonomischen Rahmenbedingungen anpassen, so müssen sich auch Arbeitsumgebungen verändern. Schnelligkeit, Wandel, Kreativität und Innovation sind dabei die zentralen Aspekte, die moderne Arbeitswelten in der heutigen Wissensgesellschaft unterstützen sollten.


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